Tagebuch

Donnerstag, 14. Januar 2016

Ein Hoch auf die Freiheit –  Der Freche Mario, Charlie Hebdo und Sigi Zimmerschied im Geltinger Hinterhalt

Ein rabenschwarzer Tag jährte sich am 07.Januar 2016 zum ersten Mal. Auf den Tag genau ein Jahr zuvor waren zwei schwer bewaffnete Männer in die Redaktionsräume des Satiremagazins „Charlie Hebdomadaire“ in Paris eingedrungen, hatten dort und in einem nahe gelegenen Supermarkt insgesamt 17 Menschen umgebracht und damit ihrer Absicht grausame Wirkung verschafft, „ihren“ Propheten Mohammed zu rächen, der von den gotteslästerlichen Zeichnungen des „Charlie Hebdo“ so unentschuldbar schwer beleidigt worden sei. Die zahlreichen Religionsvertreter allüberall auf der Welt waren im Anschluß an dieses Blutbad sofort zur Stelle, um lautstark zu verkündigen, dass dieser Terror in Paris mit ihrer Religion nichts, aber auch wirklich gar nichts zu tun hätte. Hat er tatsächlich nicht? Laurent Saurisseau, „RISS“, der aktuelle Chefredakteur (der beim Attentat 2015 schwer verletzt wurde), sieht das ganz anders. Im 1 Million Mal aufgelegten Heft ein Jahr danach zeichnet er auf der Titelseite den Mörder auf der Flucht… ein Gott, blutverschmiert, mit irrem Blick und Kalaschnikow auf dem Rücken, s. auch http://derstandard.at/2000028448226/Mordender-Gott-auf-Titelseite-von-Charlie-Hebdo-Sonderausgabe.

Diesen Tag nahmen die Betreiber der Kulturbühne Hinterhalt, Assunta Tammelleo und Wolf Steinberger, zum Anlaß, gemeinsam mit dem Bund für Geistesfreiheit München, dem Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten (www.ibka.org) und der Giordano Bruno Stiftung an die Opfer dieses Verbrechens zu gedenken und für den Erhalt des Rechtes auf Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit ein Zeichen zu setzen. Dazu wurden ca. 40 Objekte aus den Einsendungen des seit 8 Jahren im zweijährigen Turnus ausgeschriebenen Kunstpreises „Der Freche Mario“. im rechten Teil der Kulturbühne ausgestellt. Beeindruckend unterstützt wurden die Veranstalter vom eigens aus Österreich angereisten STERN-Zeichner Gerhard Haderer und dem Münchner Aktionskünstler Wolfram Kastner und ihren Plädoyers für  Freiheit und  Zivilcourage.

Für diesen besonderen Gedenk-Abend als Solo-Künstler angekündigt war ein Urgestein des Bayerischen Kabaretts, dessen künstlerischer Werdegang über Jahre begleitet war von Anzeigen wegen Beleidigungen religiöser Gefühle (§ 166 StGB), von Beschimpfungen klerikal-konservativer Menschen und von Auftrittsabsagen in letzter Minute durch massiv bedrohte Veranstalter. Sigi Zimmerschied ist mit seinen 62 Jahren noch immer eine beeindruckende Ausnahmeerscheinung im deutschen Kabarettbetrieb. Ein Ein-Mann-Theater ist dieser eher gedrungene Niederbayer, ausgestattet mit beeindruckender Mimik, unglaublicher Sprachkraft, schier unendlicher Wortgewalt und einem raren imitatorischen Talent, der berserkend, ätzend und gewaltig in zurückhaltendem schwarzen Gewand vor dem schwarzen Bühnenvorhang mit „Tendenz steigend“  zuerst die gesamte Bühne erfaßte, und dann das ganze ausverkaufte Haus mit verschiedenen, immer wiederkehrenden Gestalten aus seiner Familie und nahen Umgebung beeindruckend konfrontierte. „Der“ Gaby als Teil des lesbischen Elternpaares des unerzogenen Nelson Elton Maria, der in Wohngemeinschaft mit zwei Nonnen lebende, sich weltmännisch gebende katholische Weihbischof, der mit dem IS sympathisierende Neffe und Computer-Nerd Bertie und nicht zuletzt der verhätschelte, rumänische Mischlingsköter Caligula und seine Eskapaden erschienen nacheinander und nahmen vor dem geistigen Auge des Publikums beängstigend echt Gestalt an – und das alles vor dem Hintergrund des glaubhaft angezeigten, steigenden Hochwassers und des dadurch scheinbar immer dringender werdenden Handlungsbedarfes für alle Figuren.

Nach eineinhalb Stunden Wort-Theater – kaum zu fassen – beruhigte sich die Hochwasserlage bei Zimmerschied, die Pegel sanken und damit auch die Erregung über die so glaubhaft skizzierten Feindbilder. So, wie Zimmerschied leise summend ein „Froh zu sein bedarf es wenig und wer froh ist, ist ein König“ beim ersten Betreten der Bühne an diesem Abend auf den Lippen hatte, so verschwand er – vermutlich nur scheinbar wieder beruhigt und wiederum summend - hinter dem schwarzen, schweren Vorhang, als sein „Hochwasser-Monolog“ zu Ende war. Die Gefahr war doch vorüber, das bedrohende Hochwasser doch gesunken und eine Versöhnung mit den Feindbildern doch fast möglich, oder? Doch die von Zimmerschied zum Leben erweckten Figuren verblieben noch lange nach dem donnernden Schlußapplaus in den Köpfen seines Publikums und ließen eine Frage irgendwie unbeantwortet. Was braucht man, um „froh“ zu sein? Unstrittig sicher kein Hochwasser, aber der Pegel war ja auch wieder gesunken. Man ahnte es: was ist mit „dem“ Gaby, dem Bertie und dem Nelson Elton Maria? Die sind wohl geblieben. Und dem Publikum blieb beim Nachhauseweg eine eher un-frohe Ahnung…

Assunta Tammelleo

 

Mittwoch, 01. April 2015

Adios, Ricardo Ribeiro

Sag beim Abschied leise „Adios“ – Er war ein gut aussehender schlanker und dunkelhaariger Mann, mit perfekt sitzendem Anzug und selbstbewußtem Lächeln, als wir als Hinterhalt-Neulinge uns mit ihm als Chef der „Linde Sound Machine“ und Horia Dinu Nicolauescu in einem italienischen Restaurant in Wolfratshausen 2009 trafen, um zu besprechen, ob es möglich sein könnte, im Hinterhalt Big Band Konzerte zu veranstalten. Durch die Organisation von Ricardo Ribeiro wurde nicht nur glaubhaft unter Beweis gestellt, dass über 20 Musiker sehr wohl auf die Geltinger Kleinkunstbühne passen, sondern auch, dass aus allen Ecken Oberbayerns die Big Bands seinem Ruf folgen und  in Gelting im Jahr 2009 und 2010  ihren Swing und Groove beeindruckend  unter Beweis stellen würden.

Ricardo Ribeiro ist vor vielen Jahren aus Venezuela nach Deutschland gekommen, war als Ingenieur in Vollzeit bei der Linde AG in Höllriegelskreuth beschäftigt und nutzte seine Freizeit, um beim Erfinder der Eismaschine eine ganz andere Maschine ins Leben zu rufen, „seine“ Linde Sound Machine, ein echtes Erfolgsprojekt mit Mitarbeitern aus allen Abteilungen des Hauses, die Ricardo mit musikalischem Können, außergewöhnlicher Energie und viel Spaß zu einer erstklassigen Big Band zusammenschweißte.

Lange schon lebte er nicht weit vom Hinterhalt im malerischen Gelting, kam dann und wann herüber und war fast schon ein richtiger Oberbayer. Als er 50 werden sollte, wählte er wieder den Hinterhalt, um mit viel Musik und guter Laune eine auch uns unvergessene Geburtstagsparty zu feiern. Dann kam der Augenblick, da musste er auf einmal der eigenen Gesundheit alleroberste Priorität einräumen, seine Besuche wurden immer seltener. Zwischen Hoffen und Bangen hörten wir immer wieder, wie es um ihn stand. Am Freitag vergangene Woche hat er den Kampf aufgegeben. Lieber Ricardo, wir danken Dir für Deine wunderbare Musik, von der wir sicher sind, dass sie alle nicht nur im Diesseits, sondern wo immer sonst Du jetzt auch sein magst, glücklich macht.  

Assunta Tammelleo

 

 

Freitag, 06. Februar 2015

Leserbrief zum Artikel "Die Mission des Diakons"

Abendland zum Abwinken – zu „Die Mission des Diakons“ von Matthias Köpf (SZ, 04.02.15)

Am Mittwoch, den 12.Nov.2014 saß ich am Abend mit meinem Sohn und seinem Kumpel in einem Geretsrieder Restaurant und wollte dem erregten Freund aus der Realschule nicht glauben, was er erzählte. Von Kreuzen, die der christliche Schulleiter in den Klassenzimmern haben wollte gegen den Widerstand der meisten Lehrer, von seiner Beschimpfung säkularer Lehrkräfte und der Drangsalierung der Schüler. Ein christlicher Hardliner im öffentlichen Dienst kann scheinbar ohne Folgen auf Kreuzzug gehen? Wie aus dem informativen Artikel Ihrer Zeitung nun hervorging, zum Glück doch nicht.

In diesem in letzter Zeit viel genannten „Abendland“, einer im Wesentlichen scheinbar deutschen Erfindung, wird es gute 300 Jahre nach Beginn des Zeitalters des Lichts, der „Aufklärung“, stellenweise ganz schön dunkel. Unter katholischer Trägerschaft stehende Kliniken verweigern einem Vergewaltigungsopfer aus sog. „ethischen“ Gründen die dringend benötigte Hilfe in Form der ‚Pille danach‘, ein Chefarzt darf mit höchstrichterlichem Segen aus einer unter katholischer Trägerschaft stehenden Klinik gekündigt werden, weil er sich zum zweiten Mal wieder verheiratet und ostdeutsche Nationalisten rücken zu Zehntausenden mit schwarz-rot-goldenen Kreuzen bewaffnet gegen Flüchtlinge vor. Da wundert man sich zum einen fast kaum noch über diesen Diakon als Schulleiter im Auftrag des Herrn.

Verwunderlich ist allerdings schon, wieso diese Sachverhalte im 21.Jahrhundert viel zu wenige Schüler, Eltern, Bürger und erst recht Politiker auf den Plan rufen. Im vorliegenden Fall wäre die umgehende, nicht anonyme Benachrichtigung der Medien, die sofortige Information des Kultusministeriums und ein Protestlauf von Eltern und Schüler dringend angesagt gewesen. Ganz offensichtlich herrscht jedoch weit verbreitende Unsicherheit und Mutlosigkeit im Hinblick auf die Macht der christlichen Funktionäre, deren hervorragendes Netzwerk bis in höchste Regierungskreise deutschlandweit und der besonderen Stellung der „unser’nen Partei“ hierzulande. Ein nicht nur von säkularen Menschen beklagter Zustand., wobei in Zusammenhang mit den Ereignissen an der Realschule Geretsried nicht unerwähnt bleiben soll, dass ein umgehender Volksaufstand bis in höchste Kreise gewiss gewesen wäre, hätte ein muslimischer Würdenträger seine Funktion als Schulleiter in vergleichbarer Weise missbraucht.

Nun, das „ Abendland“ war ja nach römischem Verständnis und der Brockhaus-Ausgabe von 1932 der Teil der Welt, in dem die Sonne untergeht. Zu überlegen ist fast schon, ob man das Licht nicht gleich ganz ausmachen sollte.

Assunta Tammelleo
Kulturbühne Hinterhalt

 

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Assunta TammelleoFoto: Manfred Neubauer

Wie alles anfing - Abendland am Tellerrand

Als ab Ende 1989 immer mehr Menschen sächsischer Provenienz aufgrund der historischen Ereignisse sich im Hinterland der bayerischen Landeshauptstadt nieder zu lassen begannen, waren die Einheimischen - also die, die immer schon da waren –  bei weitem nicht von uneingeschränkter Freude beseelt ob der Zuzüge aus dem Land des „einen Volkes“. Überall waren diese Leute hörbar erkennbar aufgrund des durch Maulfaulheit entscheidend geprägten Zungenschlags, der alleine schon durchaus geeignet ist, im oberbayerischen Gutbürger Aggressionen aufkommen zu lassen. Eine Schwemme von ausschließlich politisch verfolgten sächsischen Flüchtlingen rollte direkt nach dem Fall der Mauer auf das Zuhause von CSU, BMW und dem FC Bayern zu. Die Angst ging um in Oberbayern…

Doch in Besinnung auf rudimentär vorhandene demokratische Tugenden sperrte man sich dann lieber  nicht allzu offensichtlich. Und die gnädig bewilligte Einmal-Gabe von 100,00 Westmark pro Kopf an die über 30 Jahre Eingezäunten sollte auch in Oberbayern die Sicht auf die fehlende Nächstenliebe zumindest fürs Erste vernebeln helfen. Nun, die Zeit heilt viele Wunden, und so haben sich die oberbayerischen Wessis über 25 Jahre lang Zug um Zug an die sächsischen Ossis zu gewöhnen begonnen, nicht allerdings ohne ihre Zweifel zu behalten ob der Qualität der Deutschkenntnisse und ob des allgemeinen Bildungsniveaus der Leute von „drüben“.  Wie sich spätestens jetzt heraus stellt, auch vollkommen zurecht!

Gott mit Dir, Du Land der Sachsen*

Fassungslos blicken wir auf die sächsischen Pegida-Umtriebe an Montagabenden in Dresden. In der deutschen Großstadt mit dem mit Abstand niedrigsten Ausländeranteil unter den 15 größten deutschen Städten versammeln sich Tausende Kleinkrämer in nicht enden wollender Sorge vor der Islamisierung ihrer sächsischen Heimat bzw. dem, was sie darunter verstehen ( (http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/veroeffentl/monatshefte/pdf/beitrag08_11_12.pdf - http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61625/auslaendische-bevoelkerung-nach-laendern).

Sie, die zum großen Teil mangels Reiseerfahrung, entsprechendem Bildungsangebot und realer Präsenz von Ausländern in über 40 Jahren DDR und danach immer noch kaum einen Eskimo von einem Senegalesen unterscheiden können dürften, ziehen hinter einem schwarz-rot-goldenen christlichen Kreuz durchs „Venedig des Ostens“, in Sorge vor einer islamistischen Ausländer-Schwemme, ohne Unterlass  das berühmt-berüchtigte „Wir sind ein Volk“ skandierend.

Das alles  ist sowieso ein Skandal, zeigt aber auch deutlich die südlich von München schon längst vermutete geistige Beschränktheit des Sachsen an sich, der nicht nur nicht richtig deutsch kann, sondern weder von Rechnen noch von christlicher Religion eine Ahnung zu haben scheint. Man kann mit geringer geistiger Grundausstattung draufkommen, dass in einer Stadt, in der nicht mal jeder zwanzigste aus dem richtigen Ausland kommt, von einer Ausländer-Schwemme nicht die Rede sein kann. Zieht man Südtiroler, Eskimos, Schweizer – und was man sonst so in Sachsen als nicht islamisch ausländisch sich einzustufen traut – ab, dann ist jeder 72. vielleicht gemeint… Unter einer Schwemme oder Überschwemmung versteht man im Rest des Abendlandes etwas ganz Anderes.

Und was das christliche Kreuz anbelangt, so rächt sich jetzt doch noch, dass Religion bei der kommunistisch-sozialistischen Erziehungsarbeit so lange so gar keine Rolle gespielt hat. Nur so lässt es sich erklären, dass die wackeren Montags-Teutonen sich eines Symbols bedienen, das seit über 2000 Jahren Sinnbild ist für Mord, Totschlag, Verbrennung, Steinigung und unbeschreibbarer sonstiger Gräueltaten gegenüber allen Anders- bzw. Nicht-Gläubigen im Namen eines allen persönlich nicht bekannten  „Herrn“. Na, der sei dann aber wirklich mal mit ihnen!

Deutsche Zustände** - Sonnenuntergang im Osten

Aber ganz im Ernst, natürlich ist Sachsen in der Tat überall***, was spätestens seit Mölln, Solingen und Rostock-Lichtenhagen alle hierzulande wissen. Und natürlich reicht unser verwundertes westliches Kopfschütteln ob des sächsischen Straßentheaters als Maßnahme kaum aus, den Anfängen, die gar keine Anfänge mehr, sondern schon sehr zweifelhafte „Fortschritte“ sind, nachdrücklich zu wehren. Und natürlich ist Pegida nicht über Nacht über das ahnungslose Rest-Deutschland hereingebrochen, sondern nur die konsequente Folge dessen, was Wissenschaftler durch langjährige Studien schon seit vielen Jahren belegen können. Man nehme hier die Studien des Prof.Dr. Wilhelm Heitmeyer (http://www.boell.de/de/demokratie/demokratie-entsolidarisierung-heitmeyer-deutsche-zustaende-8883.html) und  die regelmäßigen „Mitte- Studien“ der Friedrich-Ebert-Stiftung. Beides untrügliche Belege dafür, dass rechtsextremes Denken in Deutschland kein Randproblem ist (http://www.fes-gegen-rechtsextremismus.de/inhalte/Publikationen.php) und durchaus auch keines nur der sog. Unterschichten und nur im Osten. Und wo könnte sich der bürgerliche Rechtspopulismus besser verstecken als hinter der Kritik am Islam, die sicherlich häufig durchaus auch ihre Berechtigung hat, aber den die Deutschen im Allgemeinen mindestens genauso wenig kennen wie ihre christlichen Religionen?

Reden ist Silber, Handeln ist Gold!

Aus den aktuellen Ereignissen ergibt sich also dringender Handlungsbedarf. Die Frage ist natürlich immer: für wen genau?  Ganz naheliegend könnten wir Oberbayern zunächst mal den Sachsen mit  schneller Abhilfe drohen: wenn nicht bald Schluss ist mit dem Spektakel da drüben, dann nehmen wir die Solidaritätsbeiträge, dann die doch bitte schleunigst zurück gezahlten Begrüßungsgelder von dermaleinst (inklusive Zinsen) und bauen einfach eine Mauer um Sachsen herum. Dann seid Ihr unter Euch, es kommt keine „Schwemme“ von was auch immer zu Euch herein und eingesperrt fühlt Ihr Euch nach langjähriger Gewohnheit vielleicht eh’ am wohlsten, oder?

Das ist – zugegeben –  in der Tat kein ernst zu nehmender Lösungsvorschlag. Schon gar nicht aus dem Bundesland, „da wo“ die Einheimischen selber nicht gescheit deutsch sprechen, gerne aber bei allen Nicht-Bayern die deutsche Hochsprache bis an den Küchentisch beheimatet wissen möchten.

Was bleibt? In der Tat, die bekennenden „Humanisten“! Seien sie ganz einfache solche oder gar „evolutionär“´, „freidenkerisch“ oder „freigeistig“. Sie alle spüren aktuell die Notwendigkeit, darüber nachzudenken, welche Bedeutung die wortreich kundgetane Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung in Bezug aufs praktische Mensch-Sein wirklich hat. Oder anders ausgedrückt: für säkulare Geister müsste  Sachsen ein weltanschauliches Eldorado sein, gibt es doch kaum wo auf der Welt noch weniger religiöse Menschen. Scheinbar ist es das aber gar nicht. Die Tatsache, dass ausgerechnet in diesem Teil der Erde so gründlich unhumanistische Umtriebe beste Verbreitung finden, muss uns Säkulare mehr als betroffen machen  und uns Ansporn sein, hier und jetzt unsere Weltanschauung theoretisch – aber schnellstens – ganz klar zu definieren und dieser Definition umgehend praktische Umsetzung folgen zu lassen. Und für echte Humanisten kann sie nur in einem Sinne sein!

*Erste Verszeile der Bayern-Hymne „Gott mit Dir, Du Land der Bayern“
** Der Titel der 10-jährigen Untersuchung des zit.Prof.Dr.Wilhelm Heitmeyer, s.o.
***In Anlehnung an ein Zitat des Kabarettisten Sigi Zimmerschied, der in Bezug auf die Schrecklichkeiten seiner Geburtsstadt Passau behauptet, dass Passau, also die Schrecklichkeiten, überall sind.

Assunta Tammelleo

 

Donnerstag, 27. November 2014

Traktat über die Nächstenliebe

Traktat über die Nächstenliebe


Traktat über die Gastfreundschaft

Reaktion auf die Leserbriefe zur Berichterstattung des Münchner Merkur vom 25.November 2014 über die hungerstreikenden Flüchtlinge in München…

Bald 60 Jahre wählen die Bayern mehrheitlich christlich-soziale Politiker in die Landesregierung, in deren Partei-Satzung der Bezug auf das christliche Welt-und Menschenbild an oberster Stelle steht. Gerne halten sich in Bayern  Christ-Soziale und andere Christen die „Nächstenliebe“ als ihre ureigene Erfindung zugute. Beim Lesen der Lesermeinungen im Münchner Merkur kann man dann – auch nicht zum ersten Mal - erkennen, dass diese viel zitierte Liebe nicht so umfassend gemeint zu sein scheint wie angenommen.

Nein, Herr Roth, in der Tat sorgen sich die um Asyl bittenden Flüchtlinge in München vermutlich nicht darum, dass ihnen der Strom abgedreht werden könnte, sie haben weit Schlimmeres erlebt. Sie bitten uns nachdrücklich um Hilfe, weil in ihren Heimatländern u.a. die deutschen Exportschlager von Atlas Elektronik, Rheinmetall und Krauss Maffei Wegmann ihre Häuser zerstört und ihre Familien verwundet und getötet haben. Es ist unendlich beschämend, dass wir mitnichten in einem von echter Nächstenliebe geprägten Landstrich leben. Sondern unter Leuten, die aufgrund exotischer neuer Nachbarn um den Wertverlust ihrer Grundstücke fürchten (Bad Tölz) und dunkelhäutige Flüchtlinge in einem Kurort als eine Gefahr für den Tourismus sehen (Bad Hindelang).

Im flächenmäßig größten deutschen Bundesland Bayern leben über 12 Millionen Menschen. In dieses Land sind in diesem Jahr vielleicht an die 20.000 Flüchtlinge aus aller Welt gekommen. Bayern ist ein Land, in dem man stolz darauf ist, über 76 Millionen Gäste im Jahr beherbergen zu können. Auch haben wir es mit einem Bundesland zu tun, in dem man es alle Jahre wieder ohne nennenswerte Probleme meistert, innerhalb von gerade mal zwei Wochen 6 bis 7 Millionen Leute auf 31 Hektar mitten in der Landeshauptstadt zum Biertrinken und Karussell-Fahren unterzubringen. Für dieses Land sollen 20.000 um Hilfe bittende Menschen eine Belastung oder gar Bedrohung sein? Kaum zu glauben! Aber vermutlich stimmt schon, was Gerhard Polt behauptet: ‚Ein Paradies ist immer dann, wenn einer da ist, der wo aufpasst, dass keiner reinkommt.‘ Dann passen Sie mal weiter gut auf, Herr Roth!

Assunta Tammelleo
Kulturbühne Hinterhalt

 

Sonntag, 13. April 2014


Foto: Evelin Frerk

"Dass alle die Wahrheit suchen, heißt nicht, dass es sie gibt"* - Zum Tod von Dr. Karlheinz Deschner

Es ist dem kleinen Karl Heinrich Leopold Deschner nicht in die Wiege gelegt worden, dass aus ihm einmal der berühmteste Kirchenkritiker des Abendlandes werden sollte. Mit 10 Jahren wollte Deschner schließlich noch Pfarrer werden. Letztlich haben sich auch Franziskaner, Karmeliter und englische Fräulein um seine frühe Schulbildung redlich bemüht, deren Einfluss sich letztlich gegen die Kraft der Gedanken von Kant, Nietzsche und Schopenhauer aber nicht halten konnte. Zunächst schrieb er als Literaturwissenschaftler und Historiker „Kitsch, Konvention und Kunst" und „Talente, Dichter, Dilettanten", wo er so viel bewunderten Autoren wie u.a. Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll und Hermann Hesse ein vernichtendes Kitsch-Urteil ausstellte... endlich einmal einer, möchte man da noch heute rufen. Als Kritiker hat er sich zeitlebens verstanden.

Vermutlich Kant, Nietzsche und Schopenhauer waren letztlich weit eher für seine berufliche Hinwendung zur Kirchenkritik verantwortlich als die Heirat mit der geschiedenen Elfi Tuch 1951, die ihm die Exkommunikation durch den damaligen Bischof Julius Döpfner einbrachte. 1956 erschien „Die Nacht steht um mein Haus", danach sein erstes kirchenkritisches Werk „Was halten Sie vom Christentum" und 1962 das Standardwerk „Und abermals krähte der Hahn". 1970 schloss er schließlich mit dem damaligen leitenden Redakteur Sachbuch des Rowohlt-Verlags, Hermann Gieselbusch, einen Vertrag über einen Band zur „Kriminalgeschichte des Christentums" ab... Es sollten insgesamt im Laufe der folgenden Jahre 10 Bände werden, und der letzte konnte aus gesundheitlichen Gründen nur noch durch den Einsatz von Dr. Michael Schmidt-Salomon fertig gestellt werden. 1971 stand Deschner in Nürnberg wegen Kirchenbeschimpfung vor Gericht. Das Verfahren wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Dr.Karlheinz Deschner war ein warmherziger Melancholiker**, Einzelgänger, Schwerstarbeiter, Agnostiker, Vater von drei Kindern und überzeugter Vegetarier. Er arbeitete ohne Rücksicht auf Sonn- und Feiertage ohne Unterlass, bis zum Schluss auf der Schreibmaschine und ohne Computer im kleinen Haßfurt. Er war noch keine 50 Jahre alt, als ihn der erste Herzinfarkt ereilte, und die letzten Jahre wurde er zunehmend schwach und chronisch krank. Weit über 50 Schaffensjahre widmete er als „Richter Gnadenlos" (FAZ) dem Kampf gegen „Gott und Teufel" (WELT) und setzte sich ein für einen „götterlosen Himmel" und eine „priesterfreie Welt" (AZ). Die inzwischen recht zahlreich existierenden säkularen Verbände unterstützte er viele Jahre nach Kräften. Als der bayerische Kabarettist Sigi Zimmerschied sich 1975 wegen seines Stückes „Die Himmelskonferenz" wegen Verstoß gegen §166 StGB (Gotteslästerung) vor Gericht verantworten muss, sucht auch er beim damals schon einschlägig bekannten Deschner Rat (und wurde im übrigen vom Vorwurf der Gotteslästerung freigesprochen).

Trotz seines unglaublichen Einsatzes, seiner Akribie, seines Fleißes reichte es nie zu einem wirklich sorgenfreien Leben für die fünfköpfige Deschner-Familie. Es fanden sich glücklicherweise Bewunderer, die ihrer Bewunderung Taten folgen ließen, u.a. der Schweizer Journalist und Philosoph Robert Mächler und der Unternehmer und Gründer der Giordano Bruno Stiftung, Herbert Steffen. So war Deschner doch in der Lage, solch ein umfangreiches Werk fürs erste fertigzustellen. Nach all den Jahren des literarischen Kampfes gegen eine christliche Übermacht hätte er gegen Ende seines Lebens seine Kraft gerne noch den Tieren gewidmet... Dass ihnen die Achtung und Würde entgegen gebracht würde, die ihnen zusteht, ein - wie er selber wußte - vermutlich noch aussichtloserer Kampf als der gegen die christliche Übermacht. „Wer die Kirche verlässt: ein Lichtblick für mich; wer kein Tier mehr isst: mein Bruder" (Wikipedia).

Für meinen eigenen Einsatz für die Trennung von Staat und Kirche war Dr.Karlheinz Deschner unverzichtbar. Die Gespräche mit ihm am Rande der Ersten Atheisten-Konferenz in Fulda im Herbst 1991 (https://www.ibka.org/artikel/miz91/fulda.html), bei seinen Vorträgen an der Technischen Universität München Ende der 80er, in Stuttgart, in Zürich und zuletzt 2007 bei der Preisverleihung der Giordano Bruno Stiftung in Frankfurt ...eine große Ehre und Ermutigung. Der bfg mÜnchen hat Dr. Karlheinz Deschner seit seinem 80. jährlich mit einem kleinen Geschenk zum Geburtstag gratuliert, wofür er sich bis 2012 immer persönlich telefonisch bei mir als Vorsitzender bedankte. Bereits im letzten Jahr hat diese Aufgabe - wegen der Krankheit ihres Vaters - seine Tochter übernommen. Am 8.April 2014, einige Wochen vor seinem 90.Geburtstag, ist Dr.Karlheinz Deschner gestorben. Ich wünsche ihm eine schmerzfreie, frohe letzte Reise und werde ihn - nicht nur als „Götterlose" - sehr vermissen.

Wolfratshausen, im April 2014

Assunta Tammelleo

*nach Dr.Karlheinz Deschner
**nach Hermann Gieselbusch

 

Samstag, 29. März 2014

Liebe Leute,

ja, spannend isses geworden, das Ringen um die höchsten Ämter in den Rathäusern von Wolfratshausen und Geretsried. Beim ersten Anlauf vor knapp zwei Wochen lagen Felix Meixner und Hans Heilinglechner in Wolfratshausen und Michael Müller und Robert Lug in Geretsried sozusagen Kopf an Kopf, keiner hat beim ersten Anlauf das Rennen um die höchste politische Verantwortung in der Stadt gewinnen können. Diesen Sonntag gilt's nun, da entscheidet sich, wer die nächsten Jahre jeweils an der Spitze stehen wird.

Das aktive und passive Wahlrecht für alle volljährigen Staatsbürger/innen ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Noch in der ersten Hälfte des 19.Jahrhundert war es in weiten Teilen Deutschlands nur den reichen Männern vorbehalten, ab 1867 allen Männern ab 25 Jahren, ab 1918 wurde das Verhältniswahlrecht eingeführt, und seit 1918 dürfen in Deutschland - hurraaahhh!! - auch die Frauen wählen. Welch ein Fortschritt! Denn es ging auch in der Geschichte auch unseres Landes die meiste Zeit nicht demokratisch zu, und das Wahlrecht für alle ist über weite Strecke teilweise mühsam errungen worden. Aktuell blicken insbesondere wir im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auf ein befriedetes, demokratisches, wirtschaftlich stabiles und wunderschönes Land, in dem sich vermutlich alle glücklich preisen, dort ihren Lebensmittelpunkt haben zu können. Wenn das nicht Grund genug ist, sich für die politischen Belange in der Heimat besonders zu interessieren und auf alle Fälle wählen zu gehen?

Mit umso größerer Betrübnis blicke ich auf die so niedrige Gesamt-Wahlbeteiligung beim ersten Durchgang am 16.März. Und so möchte alle Wolfratshauser/innen und Geretsrieder/innen herzlichst und nachdrücklich aufrufen, an diesem Sonntag, den 30.März, bei den Stichwahlen ihre Stimmen abzugeben. Mithilfe der reichlich verteilten Informationsblätter, der Medien insgesamt und der umfassenden Berichterstattung durch die Landkreispresse konnten und können sich alle ausreichend informieren. Und keine Sorge: eine Wahlempfehlung gibt es an dieser Stelle nicht, als mündige Bürger/innen sind Sie alle in der Lage, selbstständig zu entscheiden!

Für die Kommunalwahlen kandidierten in beiden Städten auch 2014 wieder eine Vielzahl engagierter Demokraten, die sich überwiegend schon viele, viele Jahre für die Belange vor Ort - neben ihren beruflichen Tätigkeiten - eingesetzt haben, mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Ansätzen. Allesamt haben sie für diesen Einsatz - in der Regel ist der wahrscheinlich meistens ehrenamtlich - die Achtung der Bevölkerung verdient. Und es ist nun an uns allen, durch unseren Urnengang dafür zu sorgen, dass der nach unserer persönlichen Ansicht bestgeeignetste Kandidat die oberste politische Verantwortung übernimmt. Und mit diesem Urnengang auch unserer Achtung des politischen Engagements allgemein Nachdruck zu verleihen. Wer durch Nicht-Wählen Protest bekunden oder gar seiner Politik-Verdrossenheit Ausdruck verleihen möchte, hat aus meiner Sicht die falsche Methode gewählt. Besser als nicht wählen zu gehen ist dann, sich selbst und seine Vorstellungen von einem guten Leben im Landkreis bei den nächsten Kommunalwahlen zur Wahl zu stellen. Also, gehen Sie zur Wahl, stimmen Sie ab, bestimmen Sie mit!!

Assunta Tammelleo
Kulturbühne Hinterhalt
KIL Kulturverein Isar Loisach e.V. (Mitglied des Vorstands)

 

Montag, 10. März 2014

Weltfrauentag vorüber, zum Glück? Also, dieser 8.März ist alljährlich der Weltfrauen-Tag. Ein Tag von Frauen oder für Frauen? Wo genau? Nun, das ist ein Tag, der angeblich auf „(..) ein(en) spontane(n) Streik von Textilarbeiterinnen (zurück geht), der sich am 8. März 1857 in New York (ereignete)(...)" und es somit in die Charts der regelmäßig vom Bayrischen Rundfunk und anderen Medien geführten Charts der Gedenktage geschafft hat. Aufgrund der darnieder liegenden innerdeutschen Textilindustrie gibt es Textilarbeiterinnen wohl hauptsächlich eher in der Türkei bzw. in China, also mal nicht bei uns hier. Hoffentlich kriegen die wenigstens einen Tag frei dort. Doch auch hier wird der Weltfrauentag behalten. Alle Jahre wieder immer wieder ausgerufen! Aber in Zeiten, in denen Frauen hierzulande schon seit gefühlten Ewigkeiten das Wahlrecht besitzen (seit November 1918, nach Aserbaidschan und Polen, immerhin), seit kurzem gar Verteidigungsminister (Ursula von der Leyen) werden können (und die Auslandseinsätze der Bundeswehr künftig familienfreundlich gestalten), Steuern in großem Stil hinterziehen (Alice Schwarzer) und unter Anleitung einer echt deutschen Berufsblondine (Heidi Klum) Germany's next Top Model ausprobieren, weiß keine so recht, was mit diesem Tag anfangen. Oder? Wenn frau wenigstens an diesem Tag von ihrem Gatten freiwillig die Hälfte seines Gehalts hingelegt bekäme zum Ausgleich der üblicherweise immer noch schlechter entlohnten „besseren" Hälfte? Oder die Kinder freiwillig die Spülmaschine einräumen und die Wäsche aufhängen? Oder wenigstens Frühstück ans Bett, Friseurbesuch gratis und Blumen auf den Ess-Tisch... oder, oder, oder? Na, ja, wenigstens kostet uns dieser Tag nix extra...

Karnevalswagen Jaques Tilly 2014

Karnevalswagen von Jaques Tilly 2014

Donnerstag, 06. Februar 2014

Rede eines Pastors.. ..Am deutschen Wesen mag die Welt genesen"* oder wie war das gleich noch gemeint? Mit der Eröffnung der 50. Münchner Sicherheitskonferenz vollzieht der amtierende Präsident der Republik und gelernte evangelische Pastor, Joachim Gauck, einen gar erstaunlichen Wandel in der deutschen Außenpolitik. Vermutlich mit wenigen abgesprochen, aber eilfertigst öffentlich begrüßt von Frau von der Leyen und Herrn Steinmeier, stimmt der parteilose höchste Mann im Staat das überwiegend doch staunende Volk darauf ein, dass jetzt Schluss sei mit Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit, Unentschlossenheit in Sachen deutsche Bundeswehr im außerdeutschen Kriegseinsatz. Vor Sicherheitspolitikern aller Länder, Rüstungsfabrikanten und den Sponsoren der ehemaligen Wehrkundetagung (als da sind BMW, Deutsche Telekom, Krauss Maffei Wegmann, Barclays Bank u.v.a. mehr) kündigte er verstärkten Einsatz deutscher Truppen und deutschen Kriegsgerätes außerhalb von Deutschland an. Genau genommen könnte es uns wurschd sein, was der Herr Präsident so von sich gibt, ist doch sein Amt - nach Paul Hindenburg aus gutem Grund - mit nur einem Bruchteil der Machtfülle ausgestattet als es dies in der Weimarer Republik noch war. Mit Blick und vor allen Dingen Ohr auf von der Leyen und Steinmeier wird es aber ganz schnell ernst. Was schließen wir daraus? Die erste Frau im Amt des Verteidigungsministers bringt uns von der Friedenssicherung weiter weg denn je, und ein Sozialdemokrat als Außenminister hilft scheinbar sowieso nix.... Die gesamte Rede ist nachlesbar auf www.bundespraesident.de, grrrrhhh....

Guernica - Picasso (1937)

 

Montag, 23. Dezember 2013

„Einmal werden wir noch wach, heissa, dann ist Weihnachtstag!" - Das stimmt, aus heutiger Sicht. Die Zeit vor Weihnachten, so sagen manche auch, ist die „staade Zeit", eine Zeit der Besinnung. Es ist aber für Christen und so manche andere auch natürlich auch eine fröhliche Zeit. Und fröhlich war es auch in der Kulturbühne Hinterhalt am vergangenen Freitag, mit den unvergleichbaren „Stimulators", die genauso spielen wie sie heißen, nämlich so stimulierend, dass binnen kürzester Zeit die Tische einer nach dem anderen rausgetragen wurden und alles, was zwei Beine hatte, zum Tanzen begann. http://www.merkur-online.de/lokales/wolfratshausen/geretsried/ekstatisch-soulig-3285459.html

Und genauso fröhlich war es dann am Samstag, als die Jungs von „Serendipity" die Kulturbühne in einen Lichttempel verwandelten und dermaßen krachert, fröhlich und laut rock'n rollten, dass dem Herrgott droben - etwas vorzeitig in diesem Jahr - ein paar Engel von den Wolken purzelten, die sich aber nicht gleich direkt zum Aloisius ins Hofbräuhaus begeben, sondern natürlich an Heiligabend mit den Zweibeinern aus dem Oberland im Hinterhalt schwofen, wenns sie schon mal herunten sind. Eine göttliche Bühne im irdischen Leben öffnet zum 23.Mal ihre Pforten an Heiligabend für alle fröhlichen Geister, die die Feste feiern wie sie fallen...

Fürs erste recht schöne, fröhliche Tage und viel Freude beim Auf-der-Welt-Sein,

Assunta Tammelleo und die Jungs und Mädels aus dem Hinterhalt

Serendipity im Hinterhalt

Foto: Hartmut Pöstges, Hinterhalt (Gelting, 21.12.2013)

 

Montag, 16. Dezember 2013

Liebe Kulturgemeinde,

es weihnachtelt überall sehr, das Jahresende deutet sich an durch haufenweise Licht aus oberbayerischen Balkonen, Fenstern und Vorgärten, der Erfindung der Energiesparlampe zum Dank? Oder der Energiewende zum Trotz oder wie? Schön isses, auf der Welt zu sein, sprach der Igel zu dem Stachelschwein und sprachen die Kulturfreunde untereinander...

Die vergangene Woche begann am für uns am Mittwoch Abend so richtig, der KIL Kulturverein Isar Loisach hatte geladen. Zum fröhlichen Jahresausklang des jungen Kulturvereins. Die Vorstände Nuray Kalkan, Assunta Tammelleo und Andrea Weber scharten die Initiatoren der letzte PiPaPo-Kulturtage um sich herum (Kirsten Braun, Isabel Heß, Corinna und Wolfgang Sporer) und zahlreiche Gäste. Es gab zu essen und zu trinken, weil das auch Kultur ist. Es spielten die wunderschönen Meander, und für alle war ein Rückblick auf die erfolgreichen Kulturtage dank des Films von Gunda Gürtler und Rudi Sedlmayr möglich.

Am Donnerstag spielten die Lehrer auf - na, so gar nicht oberlehrerhaft. Die „Dozenten" aus Rock im Schloss gaben sich die Ehre. Also, ich, die Kulturbühnenwirtin des Hinterhalt, freute mich unglaublich, sie alle da zu haben. Weil die so saugut Musik machen und obendrein einmal im Jahr jederfrau/jedermann die Möglichkeit anbieten, ein wenig davon zu lernen und zu versuchen (www.rockimschloss.eu). Und mir, der Kulturwirtin, den Ehrentitel „Mutter der Kompanie" anhängten...

Na, und am Sonntag Abend war die Session, wie jeden dritten Sonntag Abend im Monat. Für alle... Und es war wieder unglaublich abwechslungsreich und nicht endend...

Aber die Wirtin? Also, die war ausnahmsweise nicht da. Eingeladen zum Auftritt von Josef Hader, in der Kongresshalle in München, veranstaltet vom Urgestein der Kultur schlechthin, dem Günter Knoll aus dem Hinterhoftheater, das es so leider nimmer gibt. Nostalgie kam auf, ich habe viele graue Haare mehr seit dem Benefiz mit Hader zu Ehren von Wilhelm Busch (mit Marcus H. Rosenmüller) und der Josef hat deutlich ein paar weniger ;-))) Nun, ein sauguter Abend, der damit endete, dass ich, die Kulturbühnenwirtin aus dem Oberland, die den Hader schon in der Loisachhalle hatte, ihn erwärmte für die Idee, mit dem neuen Programm doch wieder ins Oberland zu kommen. Vielleicht sogar zu einer Wirtshaustour, damit wir ihn nach langer Zeit wieder im Hinterhalt haben? Also, es wird mit Reutberger und Tegernseer Bier, mit Slyrs, Hirschkuss, Parfüm vom Tegernsee und allem, was der Landkreis und drumherum hergibt, weiterhin nachdrückliche Überzeugungsarbeit versucht... ich bin zuversichtlich.

Herzlichst, Eure Assunta Tammelleo

Assunta Tammelleo mit Josef Hader

Assunta Tammelleo mit Josef Hader, Alte Kongresshalle (München, 15.12.13)

Sonntag, 1. Abfent 2013

Liebes Tagebuch,

an einem sonnigen Sonntag Nachmittag ist uns eine glänzende Idee gekommen. Kurz vor Jahresende 2013 starten wir von der Kulturbühne Hinterhalt mit einem Tagebuch, auf dem künftig alle unsere kulturellen Umtriebe zeitnah dokumentiert werden.

Fröhliche Grüße

Assunta